Outdoor unterwegs und keine Zahnbürste dabei? Damit Frau auch in der freien Natur nicht auf ihre tägliche Zahnhygiene verzichten muss, haben wir uns nach einigen Alternativen umgehört und praktische wie erstaunliche Methoden  herausgefunden. Hier einige Beispiele:

Zahnsalz
Zahnpasta? Vor 100 Jahren kannte diese Creme zum Reinigen der Zähne noch niemand. Stattdessen verwendete man sogenannte Zahnpulver oder Zahnsalz. Die Reinigung der Zähne erfolgt dabei nach einem einfachen Prinzip: Grobkörniges Salz wird vermischt mit kleingehackten, getrockneten Kräutern wie Salbei, Myrrhe, oder Minze und dann mit einer Zahnbürste oder den Fingern über die Zähne gerieben. Plaque-Ablagerungen und Essensreste werden so schonend entfernt, die Kräuterbeigabe sorgt für einen frischen Atem. Gerade bei mehrtägigen Outdoortrips in großer Kälte, wo herkömmliche Zahnpasten leicht gefrieren, bietet sich das Zahnsalz an. Erhältlich ist diese praktische Zahncreme-Alternative in Apotheken. Darüber hinaus lässt sie sich ganz einfach selbst herstellen.

Miswak
Davon könnte der ein oder andere schon einmal gehört haben. Die kleinen Zweigstücke des Zahnbürstenbaumes sind auch in Deutschland mittlerweile eine beliebte Alternative zur klassischen Zahnbürste, besonders bei denjenigen, die gerne auf eine übermäßige Plastik- und Restmüllproduktion verzichten möchten. Ursprünglich kommt der Miswak aus Afrika. Auch in Asien und Arabien wächst der Zahnbürstenbaum. Neben Silicium, das für den Erhalt von Knochen und Zähnen wichtig ist, enthält der kleine Ast auch Calciumsulfat, welches den Aufbau von Zähnen anregt. Kleine Gipskristalle reiben bei der Anwendung auf den Zähnen über die Oberfläche und entfernen so Plaque und Speisereste. Damit der Ast seinen bürstenartigen Kopf bekommt, kaut man auf einem Ende es Astes so lange herum, bis ein faseriges Endstück entsteht. Miswak-Zweige eignen sich für den Outdoortrip aber auch für die tägliche Zahnreinigung zu Hause.

Erloschene Holzkohle
Kohle? Ja Sie haben richtig gehört. Auch erloschene und erkaltete Holzkohle eignet sich zur Zahnhygiene im äußersten Notfall. Sollten Sie keine andere Möglichkeit haben, ist Holzkohle durchaus keine abwegige Methode. Falls Sie am Abend zuvor bei Ihrem Outdoortrip ein Lagerfeuer errichtet haben, können Sie am nächsten Morgen ein nussgroßes Stück erkaltete Holzkohle zusammen mit viel Wasser zu einem Brei zerkauen und diesen dann mit den Fingern über die Zähne reiben. Die Holzkohle wirkt antibakteriell und die Asche dient als Scheuermittel, welches den Zahnbelag entfernt. Danach heißt es: gut ausspülen! Denn der Mundraum ist von der Asche schwarz gefärbt. Diese Methode ist selbstverständlich nicht jedermanns Geschmack.

Weidenäste
Alternativ zum professionellen Miswak-Zweig des Zahnputzbaumes eignen sich auch heimische Gehölze wie Weidenästchen zur Zahnreinigung. Das Putzverfahren ist ähnlich. Jedoch ist Vorsicht geboten: Splitter im Zahnfleisch sind äußerst unangenehm und extrem schmerzhaft, daher sollten die Zweige nur mit wenig Druck auf den Zähnen angewendet werden.

Grüner Tee und Karotten
Diese Methoden sind nicht als Alternative zur Zahnreinigung gedacht, sondern vielmehr ergänzend. Grüner Tee getrunken, aber auch gegurgelt, beugt der Bakterienvermehrung vor. Auch wer oft rohe Karotten kaut, tut etwas für seine Zähne. Vermehrter Speichelfluss und eine selbstreinigende Wirkung werden dem gesunden Gemüse zugeschrieben.

Outdoorfrauen wünscht viel Spaß beim Ausprobieren!