Wenn es draußen allmählich kälter wird, die ersten Schneeflocken zu fallen beginnen und die Seen und Teiche langsam zufrieren, dann zieht es viele Menschen hinaus in die winterliche Natur. Dass diese, gerade zu Beginn der Winterzeit, nicht immer so sicher ist, wie sie scheint, vergessen dabei Viele. Gerade zugefrorene Seen sind eine potentielle Gefahrenzone für Outdoorfrauen. Damit Sie unbeschadet durch den Winter kommen, finden Sie hier Tipps zum richtigen Verhalten auf Eisflächen.

Johannes Riedmüller, zweiter Vorsitzender der deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Ansbach (DLRG), erklärt, wie sie sich auf dem gefrorenen Wasser richtig verhalten: „Zuerst einmal ist es wichtig, dass Sie nicht gleich an den ersten Tagen, nach dem das Wasser gefroren ist, auf die Eisfläche steigen. Diese ist dann noch viel zu dünn und kann keinen Menschen tragen“. Ob die Seen und Teiche in Ihrer Region schon tragfähig sind, können Sie telefonisch im Rathaus erfragen. Grundsätzlich sollte das Eis jedoch eine Dicke von mindestens 15 Zentimetern haben bei fließenden Gewässern sogar 20 Zentimeter.

Niemals allein, lieber zu zweit

Auch wenn Sie noch so gerne die Ruhe auf dem zugefrorenen See alleine genießen würden, gehen Sie lieber mit einer Freundin oder einem Freund zusammen nach draußen. Denn sollten Sie doch unvorsichtig sein und einbrechen, kann Ihr Begleiter schnellstmöglich Hilfe holen.

Die Gefahr erkennen

Sie haben es gewagt und stehen auf dem rutschigen Untergrund, sollte dieser zu knacken und knistern beginnen, verlassen Sie ihn schnell wieder, da die Eisfläche nicht stabil ist. Sollten Sie nicht mehr rechtzeitig ans Ufer kommen und einzubrechen drohen, so legen Sie sich auf den dickeren Eisschichten flach auf den Bauch. Jetzt können Sie langsam Stück für Stück auf das rettende Ufer zurobben.

Einen Eingebrochenen retten

Sollten Sie einen Menschen sehen, der ins Eis eingebrochen ist, so versuchen Sie diesem vom Land aus zu helfen und rufen Sie unbedingt vorher die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Dabei ist es wichtig, dass Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. Sollte eine Rettung vom Ufer aus nicht möglich sein, so verteilen Sie Ihr Gewicht bestmöglich auf der Eisfläche, indem Sie sich auf einer Leiter, einem Schlitten, den Sie auf den Kopf gelegt haben oder einem Brett langsam dem Eingebrochenen nähern. Versuchen Sie diesen nicht direkt festzuhalten, sondern nutzen Sie eine Verlängerung wie etwa einen Schal oder eine Jacke. Nun müssen Sie den Verunglückten durch langsames rückwärts bewegen aus dem Wasser ziehen. Warten Sie dann auf das Eintreffen der Hilfskräfte und wärmen Sie währenddessen das Opfer.

Sich selbst retten

Wenn Sie selbst einbrechen sollten, dann verhalten Sie sich wie folgt:

– Zwingen Sie sich dazu, regelmäßig zu atmen, auch wenn der Schmerz des kalten Wassers Ihnen stark zusetzt.

– Versuchen Sie nicht unter das Eis zu geraten, Schwimmbewegungen der Beine können Ihnen dabei helfen.

– Rufen Sie lauf um Hilfe.

– Stoßen Sie sich an der gegenüberliegenden Eiskante mit den Füßen ab, um so flach auf die Eisfläche zu geraten und robben Sie liegend ans Ufer zurück.

Johannes Riedmüller rät zudem, dass Sie sich ärztlich untersuchen lassen sollten: „Eine Unterkühlung kann lebensbedrohlich sein! Ziehen Sie sich möglichst schnell trockene Kleidung an und trinken Sie heiße, zuckerhaltige Getränke“.

Am sichersten sind Sie jedoch, wenn Sie zugefrorene Flächen gar nicht erst betreten, sondern lieber in den Besuch einer Eislaufanlage investieren, dort gibt es sogar einen heißen Punsch.

 

Ein Beitrag von Isabel Denk