Saunieren ist gesund und stärkt die Abwehrkräfte – für die Outdoorfrau die ideale Vorbereitung für Ausflüge bei jedem Wetter. Nicht nur die Finnen wissen ihre Tradition sehr zu schätzen, auch in Deutschland erfreut sich die Saunakultur zunehmender Beliebtheit. Laut einer Studie des Allensbacher Institutes für Demoskopie besuchten im Jahr 2013 knapp 5 Millionen Deutsche regelmäßig eine Sauna in ihrer Freizeit.

Krank in der Sauna

Nicht alle Menschen mögen Saunas. Die große Luftfeuchtigkeit und extreme Hitze in ihrem Inneren ist vor allem für Einsteiger zunächst sehr gewöhnungsbedürftig. Zwar stärkt ein Saunabesuch erwiesenermaßen die menschlichen Abwehrkräfte, so dass man sich weniger schnell eine Erkältung einfängt, doch nicht für jeden sind die Effekte eines Sauna-Besuchs gesund.

Wann sollte ich auf einen Sauna-Besuch verzichten?

Menschen mit schweren Venenerkrankungen sollten extreme Hitze meiden. Zwar sind Temperaturwechsel zum Training der Arterien sehr zu empfehlen, doch die Unterschiede sollten nicht zu gravierend sein. Ebenso sollten Menschen mit akuten Herzleiden Saunas meiden. Auch wenn man an Entzündungen, egal ob auf der Haut oder an den Organen, leidet sollte man darauf verzichten. Ist man bereits erkältet, sollte man es mit dem Saunieren nicht übertreiben. Zwar können die heißen Dämpfe bei Halsweh oder verstopften Nebenhöhlen durchaus wohltuend wirken, je nach Schwächung des Körpers gilt ein anschließendes Abkühlen in Eiswasser als sehr unvernünftig. Bei Fieber ist von einem Sauna-Besuch gänzlich abzuraten, da der Körper die zusätzliche Belastung nicht verkraftet und statt einer Linderung der Symptome eher das Gegenteil eintritt. Allgemein gilt: Fragen Sie ihren Hausarzt. Je nach Art und Schwere Ihrer Erkrankung wird er Ihnen einen Sauna-Besuch empfehlen oder davon abraten.

Wellness oder Prophylaxe?

Saunas dienen vor allem der Entspannung und Ruhe in Deutschland. Nicht umsonst gehört ihr Besuch zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten hierzulande. Im Gegensatz zu den Finnen, die dort sogar Geschäftsabschlüsse besiegeln und die Gesellschaft von anderen Menschen geradezu zelebrieren, ist es in Deutschland unüblich, viele Worte in öffentlichen Saunas zu verlieren. Neben dem Wellness-Effekt bieten die heißen Dämpfe aber auch medizinische Vorteile, hier einige Beispiele:
– Saunieren hilft gegen schnelle Hautalterung
– Saunieren verbessert Akne
– Saunieren hilft gegen trockene Haut
– Saunieren regt Kreislauf und Stoffwechsel an
– Saunieren ist gut für das Training der Blutgefäße

Alkohol in der Sauna

Bei den Finnen gehört es ganz selbstverständlich dazu: das Bier in der Sauna. Auch hierzulande gibt es sogenannte Alkoholaufgüsse. Diese sind nicht zu unterschätzen, warnen Mediziner. Alkohol erweitert die Blutgefäße. Ein rapide fallender Blutdruck ist die Folge. Dieser kann zu schweren Kreislaufproblemen führen. Ende letzten Jahres kamen in einer Sauna in Enneptal drei junge Männer beim Alkoholgenuss in der Sauna ums Leben. Ob dieser wirklich die Todesursache war, ist bei Ärzten umstritten. In jedem Fall gilt: Es ist Vorsicht geboten!

Welche ist die richtige Sauna für mich?

Textil- oder Nacktsauna? In Deutschland sind beide Formen verbreitet. Im Privaten halten wir es statistisch gesehen eher wie die Finnen, die seit jeher nackt in die Sauna gehen. Lediglich ein Handtuch schützt die Bänke vor Schweißflecken der Besucher. In Schwimmbäder integrierte Saunas sind meist sogenannte „Textil-Saunas“, solche also, in denen es eine Kleiderordnung gibt. Gut ist dieses Angebot für alle diejenigen, die sich genieren, mit fremden Menschen nackt in einem Raum zu sitzen. Tatsächlich hat sich allerdings unter Sauna-Fans ein regelrechter Glaubenskrieg über die Frage nach der Kleidung entwickelt. Während die Textilsauna-Befürworter den Schutz ihrer Intimsphäre propagieren, klagen die Freunde der Nacktsauna über Chlordämpfe aus der Badekleidung, die sich in der Sauna lösen und argumentieren mit Fragen der Hygiene. In jedem Fall wird vor dem Sauna-Besuch, egal ob in Textil oder nicht, ausgiebiges Duschen erwartet. Wo man sich wohler fühlt, ist jedem selbst überlassen.