Bewegung an der freien Natur ist nicht nur für unsere Fitness wichtig, sondern auch für unsere psychische Gesundheit. Schon eine halbe Stunde pro Tag wirkt sich positiv auf den Körper der Outdoorfrau aus. Warum Sport und Natur im Zusammenhang mit Stress oder sogar Burnout eine bedeutende Rolle spielen, hat die psychologische Beraterin Ingrid Strobel genauer erklärt.

Ingrid Strobel hat sich auf Stressbewältigung, Stressprävention, Burnoutbewältigung sowie Burnoutprävention spezialisiert und hilft Menschen, die alleine nicht mehr weiter wissen.

Ingrid Strobel hat sich auf Stressbewältigung, Stressprävention, Burnoutbewältigung sowie Burnoutprävention spezialisiert und hilft Menschen, die alleine nicht mehr weiter wissen.

Stress an sich hat eigentlich keine großen Auswirkungen auf uns Outdoorfrauen. Das ist aber nur der positive Stress, zum Beispiel bei Verliebtheit. Unser Körper wird dadurch in einen Alarmzustand versetzt, wir sind wacher und können mehr leisten. Negativ ist allerdings chronischer Stress, der belastende Stress,  welcher den Körper auf Dauer massiv schädigt. Als Folge können ganze Organe geschwächt werden. Stressbedingt können wir Frauen an Neurodermitis, Asthma oder Diabetes erkranken. Bei Manchen treten Probleme im Magen-Darm-Trakt auf, andere bekommen rheumatische Erkrankungen und wieder andere kämpfen mit Herz-Kreislauf Problemen.

Wie entspanne ich mich?

Doch jede Outdoorfrauh entspannt sich auf eine andere Art und Weise. Manche erlangen Entspannung durch autogenes Training oder Joga, für andere ist es aber Sport, beispielsweise Joggen. „Meiner Meinung nach ist Sport der beste Weg, um Stress entgegenzuwirken, wobei es hierbei um entspannte Bewegung geht. Es geht nicht um Leistungssport, sondern wirklich darum, moderaten Sport zu treiben“, sagt Ingrid Strobel.  Dies bewirkt einen Abbau von Stresshormonen.

Sport in der Natur

Eine Alternative zum Sport an der frischen Luft ist das Fitnessstudio. Das ist natürlich besser als gar keinen Sport zu machen „Aber an erster Stelle steht die Bewegung in der Natur, weil der Mensch dadurch Licht abbekommt und dieses für bessere Stimmung braucht. In geschlossenen Räumen herrscht auch nicht die Sauerstoffzufuhr wie an der frischen Luft“, sagt sie.

Wenn Stress zu Burnout wird

„Leider merken viele gar nicht, wenn sie in ein Burnout reinrauschen“, so psychologische Beraterin. Es findet eine Wahrnehmungs- und Werteverschiebung zu Gunsten der Arbeit statt. „Dann denken viele: Ohne mich geht nichts, ohne mich kann man das nicht machen und das muss ich perfekt machen“, erklärt die amtsärztliche Heilpraktikerin. Selbst wenn von Freunden, Verwandten oder Bekannten die ersten Hinweise kommen, „du hast überhaupt keine Zeit mehr für uns“, „was ist denn los“,  „du bist so komisch geworden“ und „zu dir darf man gar nichts mehr sagen“, selbst dann wird das von den Betroffenen nicht angenommen.  Männer reagieren dann meistens mit Aggression und Gewaltausbrüchen, Frauen neigen eher zu Weinerlichkeit und Opferhaltung. „Erst wenn gar nichts mehr geht, sucht der Großteil Hilfe“, erklärt Ingrid Strobel.

Stress oder Burnout

Rückenschmerzen sind oftmals ein Zeichen von Überbelastung. Ein guter Indikator für Burnout ist wohl, wenn das Kurzzeitgedächtnis leidet. Also wenn man Konzentrationsschwierigkeiten  hat und sagt: „Mensch jetzt habe ich den Absatz drei mal gelesen und weiß immer noch nicht was ich gelesen habe“, erklärt sie. Auch Unsicherheiten spielen dann eine große Rolle und wenn man für gewohnte Sachen viel länger braucht als üblich. „Die meisten versuchen dann, die Fehler mit mehr Arbeit wieder in den Griff zu bekommen. Was natürlich eine sich immer wiederkehrende Spirale ist“. Frauen muss immer darauf Acht geben, welche Ressourcen sich aktivieren lassen, damit  man die Aufgaben nicht mehr mit Stress erfüllt, sondern mit Lust und mit Zuversicht. Alles hängt ganz viel mit den eigenen Gedanken zusammen.

Mindestens drei Mal die Woche Sport

Wenn man sich schon im chronischen Stress befindet, braucht man eine gewisse Reglementierung. „Die Bewegungsaktivitäten stehen im Kalender, so wie alles andere auch und hat höchste Priorität“, erklärt Ingrid Strobel. Es steht drei mal die Woche Bewegung im Plan und wenn jetzt noch ein Termin dazukommt der normal sehr wichtig wäre, wird der Bewegungstermin nicht für diesen Termin geopfert. „Man muss sich einfach darüber klar werden: Wenn man das jetzt nicht macht, werde ich krank und was ist dann? Dann kann ich diesen Termin auch nicht wahr nehmen. Also ist die Bewegung jetzt erst mal die Priorität und alles andere wird drum rum gebaut“, erklärt Ingrid Strobel.

Wenn die Motivation fehlt

Man sollte täglich mindestens eine halbe Stunde ans Licht gehen. Ein Trick, wenn man mal keine Lust hat an die frische Luft zu gehen und Sport zu machen: Verabredungen ausmachen! Dann weiß man, dass da jemand auf einen wartet und zu zweit macht es dann noch doppelt Spaß.

 

Ein Beitrag von Tina Maria Salatmeier