Der endgültige Wintereinbruch lässt zwar noch auf sich warten, es gibt allerdings nicht Wenige, die seine Rückkehr dafür umso frostiger einschätzen. Doch wie kommen die Bienen durch die eisige Jahreszeit, die man sonst nur mit blühenden Wildblumen und grünen Wiesen an warmen Sommertagen in Verbindung bringt? „outdoorfrauen“ begab sich auf die Suche nach den fleißgen Bienchen und sprach mit einer erfahrenen Imkerin über die Leidenschaft für die faszinierenden Honigproduzenten.

Stärkung für den Winter

Wenn in den nächsten Tagen oder Wochen das Quecksilber erstmals längere Zeit unter Null rutscht, sind die Honigbienen bereits Bestens vorbereitet. Schon im September haben sie begonnen, Essensrationen für die kalte Jahreszeit zu sammeln. Imkerin Katharina Bauer aus Nandlstadt in der Hallertau setzt auf ein bewährtes Mittel, um ihre schwarz-gelben Schützlinge dabei zu unterstzützen. „Wenn die Bienen ihre Winternahrung einlagern, versorge ich meine Völker täglich mit einem Liter Zuckerwasser“, verrät sie. Bis zu 15 Liter davon lagern die gelben Insekten insgesamt ein. Sobald es  kühler wird, ziehen sich die Bienen zu einer Art Kugel zusammen und wärmen dadurch die Königin. Sie befindet sich in der Mitte, während die Bienen, die sich am äußersten Rand befinden mit den Anderen abwechseln. Damit sie ihre Aufgabe erfüllen können, hat die Natur erneut ihre Anpassungsfähigkeit erwiesen. Bereits im Juni bekamen die Larven besonders eiweißhaltige Nahrung. Die sogenannten Winterbienen sind robuster und überleben nicht nur sechs Wochen wie ihre Kollegen, sondern können das Volk bis zu einem halben Jahr lang unterstützen.

Die Biene in Gefahr

Die Wandlungsfähigkeit der Westlichen Honigbiene ist beachtlich. Während das Volk im Winter zwischen 10.000 und 20.000 Mitglieder zählt, kann sich die Zahl im Mai verzehnfachen. Über das süße Gold freut sich die Imkerin jährlich erstmals im Juni. Bis zu drei Mal kann der Honig aus den Waben ‚“geschleudert“ werden. Doch mittlerweile machen verschiedene Probleme den Imkern das Leben schwer. Allen voran die Varroamilbe. Der Parasit ist verantwortlich für massenhaftes Bienensterben. Und auch die zunehmende Versiegelung der Grünflächen macht es für die Honigproduzenten nicht einfacher. „Mittlerweile sind die Bedingungen im urbanen Raum unter Umständen sogar besser als in so manchem ländlichen Gebiet. Hier finden die Bienen in den  gepflegten Gärten und Balkons viele unbehandelte Blumen vor“, sagt Imkerin Katharina Bauer. Auf dem Land lauern zahlreiche Gefahren: Im landwirtschaftlich genutzten Raum stoßen die Bienen teilweise auf Spritzmittel, durch die sie die Orientierung verlieren und sterben.

Passion Imkerin

Die Faszination an den Bienen hat Katharina Bauer trotz so mancher Widrigkeit dennoch nicht verloren. „Ihre Überlebensstrategien sind hochinteressant. Jedes Mitglied ordnet sich dem Wohl des gesamten Volkes unter.“ Die Imkerei ist für sie ein Geben und Nehmen: „Man kann kein Bienenvolk einsperren, sonst vereendet es. Das Schöne daran ist, dass sie freiwillig da bleiben.“ Ihrer Leidenschaft geht sie mittlerweile seit 26 Jahren nach. „Ich habe den Eindruck, dass sich die Imkerei bei jungen Frauen wachsender Beliebtheit erfreut“, sagt Bauer.
Wer Interesse an der Tätigkeit hat, kann sich beispielsweise beim Landesverband bayerischer Imker oder beim Verband bayerischer Bienenzüchter über Kurse und Lehrbienenständen informieren. Die Imkerei ist jedoch nicht nur Hobby, sondern auch Lehrberuf. Wer mit der Bienenzucht allerdings sein täglich Brot verdienen will, muss dazu vorab eine Prüfung ablegen.